FWN-Vorschlag für Sanierung und Modernisierung des HdI

Das IST, was KOMMT?

Das IST, was KOMMT?

Vorbemerkungen:

Die Behauptung, daß die FWN keine Vorschläge zum Erhalt und wirtschaftlichen Betrieb des „HdI“ vorgelegt hat, ist unwahr. Hier die Auflistung der zur Verfügung stehenden, von den Abrissbefürwortern überhaupt nicht diskutierten Gedanken und Möglichkeiten.

Das Haus der Insel als für die touristische Infrastruktur Norderneys unverzichtbare Kultur-, Unterhaltungs- Freizeit-, Tagungs- und Veranstaltungseinrichtung wird bereits heute bei einer korrekten Zuordnung aller im Haus der Insel erwirtschafteten Umsätze und für das Haus kalkulierten Einnahmen, wie den Kurbeitrag in Höhe von rd. 300.000 € inklusive auch der Umsätze der kommerziellen Unterpächter (rd. 900.000 €) wirtschaftlich und gewinnbringend geführt. Soweit das Staatsbad oder die Wirtschaftbetriebe Verluste vermelden, liegt dieses nicht am Objekt „Haus der Insel“, sondern beruht allein auf offenkundigen Managementfehlern  dieser beiden Gesellschaften bei der nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung des HdI.

Aufgrund einer seit über 30 Jahren durch die Stadt und ihren Gesellschaften unterlassenen Bauunterhaltung ist beim Haus der Insel ein Investitionsstau im Umfang der angeführten Bausanierungs- und Modernisierungskosten von rd. 5 Mio Euro eingetreten, denen gezogene steuerliche Abschreibung und sonstige Früchteziehungen, wie z. B. die mit Hilfe des HdI kalkulierten und eingenommenen Kurbeiträge (rd. 300.000 € p.a.), zugunsten der Stadt und seinen Gesellschaften im etwa gleichem Umfang gegenüberstehen, ohne das auch nur etwas davon in das HdI geflossen ist. Dieses Versagen bei der baulichen Gebäuderhaltung des HdI soll jetzt kaschiert werden, indem das Objekt, das noch einen Vermögenswert von rd. 10 Mio Euro hat,  schlecht geredet und als abgängig bezeichnet wird. So geht es zumindest mit der FWN und der überwältigenden Mehrheit der Bürger aber nicht. Im Gegenteil: Bevor eine Vermögenswertvernichtung von rd. 10 Mio Euro durchgeführt wird, haben die Stadt und ihre Gesellschaften WBN und SBN die Pflicht und Schuldigkeit, alles zu tun, um das HdI wieder in einen ordnungs- und zeitgemäßen, sowie wirtschaftlichen und baulichen Zustand zu versetzen, wie er bei einer ordnungsgemäßen Gebäudeinstandhaltung ja auch vorhanden gewesen wäre. Lediglich als allerletztes Mittel müsste man für den Fall einer absolut nicht mehr finanzierbaren Sanierung und Modernisierung und auch Gebäudebewirtschaftung einen Abbruch des Gebäudes in Erwägung ziehen. Dieser Tatbestand liegt objektiv betrachtet jedoch beim HdI in keiner Weise vor.

Das insofern von der FWN vorgeschlagene und selbstverständlich auch noch weiter zu diskutierende, zukünftige Gebäudesanierungs-,  Modernisierungs- und auch Wirtschafts- und Betriebsführungskonzept für das HdI basiert dabei im Kern auf dem Zahlenmaterial im Förderantrag der Stadt Norderney vom 13.06.2007 zur „Attraktivierung des Hauses der Insel“. Es lautet wie folgt:

I. Betriebswirtschaftliches Konzept

Das Haus der Insel wird über ein sogen. Public-Private-Partnership-Modell (PPP) mit der Stadt durch einen eigenständigen, kaufmännischen, möglichst von der beamteten Verwaltung der Stadt, der SBN oder der WBN unabhängigen und auf eigenes Risiko laufenden Geschäftsbetrieb in Form einer Kapitalgesellschaft (GmbH) oder Personengesellschaft (KG) mit einem professionellen, aus der freien Wirtschaft kommenden engagierten Fachpersonal organisiert und kaufmännisch effizient bewirtschaftet. Unternehmens- und Kapitalbeteiligungen von örtlichen, durch z. B. die vom Veranstaltungs- und Tagungsgeschäft profitierenden Beherbergungs-, Gastronomie- und Getränkehandelsbetriebe, sind dabei im Rahmen einer sogenannten „Win-Win“-Partnerschaft (Partnerschaft zum gegenseitigen Vorteil) zu ermöglichen und zu fördern, um so für das HdI auch deren wirtschaftliche Interessen am Tagungs- und Veranstaltungs- sowie Freizeitgeschäft zu nutzen. Weiter im HdI durchzuführende Kur- und andere öffentliche Veranstaltungen könnten so ebenfalls in Kooperation mit der Stadt und dem Staatsbad gegen Entgeltzahlungen durchgeführt werden, um so auch die notwendigen öffentlichen Kur- und Kulturzwecke für den Norderneyer Gast zu erfüllen.

In Eigenregie und auch Partnerschaft mit den kommerziellen Unterpächtern im Haus oder über höhere Pachtzahlungen durch diese lassen sich mit einem solchen Geschäftsmodell auch die Umsätze und Gewinne für das HdI lukrativ abschöpfen, die bislang von den kommerziellen Unterpächtern für sich allein aus dem Haus ohne jegliche Reinvestitionen in das HdI gezogen wurden. Ebenfalls läßt sich mit diesem Geschäftsmodell auch das für Norderney bislang längst noch nicht ausgeschöpfte, lukrative Tagungs- und Veranstaltungsgeschäft erheblich erweitern, wenn nicht sogar verdoppeln.

Auf der Basis dieses Unternehmenskonzeptes und einer durchzuführenden Sanierung und Modernisierung des HdI im Umfang von rd. 5 Mio Euro wären dann nach unserer Einschätzung Einnahmesteigerungen in Höhe von mindestens 250.000 Euro oder Gesamtumsätze von über eine 1 Mio Euro im HdI mit Gewinnen in sechsstelligen Summen realisierbar. Daß diese Einschätzung nicht unrealistisch ist, wird auch durch den Förderantrag der Stadt vom 13.06.2007 und der dort aufgrund der Modernisierung des Hauses enthaltenen zukünftigen Wirtschaftlichkeitserwartungen gedeckt, wonach ebenfalls Erlöse von rd. 950.000 Euro kalkuliert sind.

Durch die Einrichtung eines eigenständigen HdI-Unternehmens und der vorzunehmenden baulichen HdI-Modernisierung sind auch erhebliche betriebliche Kosteneinsparungen möglich. Die in der Wirtschaftlichkeitsberechnung der Stadt im Förderantrag vom 13.06.2007 berechneten betrieblichen Kosten im Umfang von rd. 1 Mio Euro wären aufgrund dadurch zu erzielender weiteren Einsparungen, z. B. im Personalbereich (rd. 60.000 €) und im Energie-Wasser-Wärmebereich (rd. 15.000 €), noch weiter erheblich zu reduzieren, so daß auch vor diesem Hintergrund das Haus mit Gewinn betrieben werden kann.

Hilfsweise könnte das HdI als ein Haus des Gastes mit seinem an der ostfriesischen Küste einzigartigen großen Veranstaltungssaal mit über 1000 Sitzplätzen auch noch über den eingenommenen Kurbeitrag, der sich in den letzten 2 Jahren immerhin um rd. 2 Mio € p.a. erhöht und mit rd. 300.000 € Aufwand für das HdI kalkuliert wurde, finanziell gefördert werden. Andere touristische und in der Bedeutung für die Insel sicherlich nicht höher einzustufende kommunale Gebäude und Einrichtungen, wie das Cafe Cornelius, das Badehaus, das Conversationshaus, das Bazargebäude, das Nationalparkhaus usw. genießen eine solche Förderung. Gründe, die eine solche finazielle Bevorzugung gegenüber dem HdI durch die Stadt und seine Gesellschaften rechtfertigen könnten, lassen sich wohl keineswegs in einer größeren Bedeutung für den Tourismus finden.

II. Finanzierungvorschläge für die bauliche Sanierung und Modernisierung nebst einer architektonische Verschönerung des HdI auf der Basis des im Förderantrag der Stadt vom 13.06.2007 dafür geschätzten Kostenbetrages rd. 5 Mio Euro.

A. Direktfinanzierung:

1. Realisierung der seit Ende 2005 noch offenen Forderung gegenüber dem Land in Höhe von 2,5 Mio aus der Kommunalisierung des Staatsbades aufgrund der Grundstücksveräußerungen „Seestegschuppen“ und der Tennisplätze an der Knyphausenstraße;

2. Mindestens 2,0 Mio Euro Fördermittel aus den vorhandenen oder noch in Kürze aufgelegten Förderprogramme, wie das Programm für energetische Erneuerungen des Hauses und aus den anstehenden Investitions- und Konjunkturprogrammen für die kommunale Infrastruktur im vorgesehenen Umfang von 10 Milliarden Euro, wovon Niedersachsen 1,3 Milliarden Euro erhalten soll und selbst noch rd. 300 Mio Euro hinzuzufügen gedenkt;

4. steuerliche Abschreibungen: rd. 100.000 € p.a.

5. Investitionsbeihilfen aus dem Kurbeitrag: 300.000 €, die auch gemäß § 10 NKAG zur Deckung der Herstellung, der Anschaffung, Erweiterung, Verbesserung, Erneuerung, Betrieb, Unterhaltung und Verwaltung der Fremdenverkehrseuinrichtung „HdI“ rechtlich möglich sind.

6. Einnahmen aus einem neuen Geschäftsbetrieb „HDI“ : 100.000 € p.a.

B. Kreditfinanzierung über 5 Mio € über die KfW-Bank:

Über die KfW-Bank sind gegenwärtig Kredite im Rahmen der Konjunkturunterstützung zu 1-2 % Zinsen für Investitionen an Kommunen und Unternehmen zu erhalten, was einen Kapitaldienst von 3 % p.a. ausmacht oder 150.000 Euro p.a.
Mit den unter A vorangeführten Finanzmitteln wäre auch dieser Kapitaldienst durchaus realistisch zu bewältigen.

C. Umsetzung dieses baulichen und wirtschaftlichen Geschäftsmodells

Dazu ist zunächst ein wirtschaftlicher und architektonischer Fachplanungswettbewerb auszuschreiben. Sollten sich die Stadt, die WBN oder die SBN für eine Umsetzung dieses Unternehmensmodell „HdI“ nicht in der Lage sehen oder dazu auch nicht willens sein, erklären sich Mitglieder der FWN schon jetzt bereit, die Umsetzung und Realisierung dieses Unternehmensmodell für das HdI mit Hilfe dazu bereits angesprochener fachkundiger Personen in Angriff zu nehmen.  Ziel wäre  die sich wirtschaftlich rechnende Betreibung des HdI.

D. Touristische Notwendigkeit eines Erhaltes des HdI

Ein geplanter Abriß des Hauses der Insel ohne gleichwertige Ersatzplanung, die übrigens in keiner Weise zu erkennen ist, würde einen erheblichen Qualitätseinbruch in der touristischen Infrastruktur und das touristische Leben/Nachtleben der Insel bedeuten. Die negativen wirtschaftlichen Folgen für den so geschwächten Standort Norderney und sein Gemeinwesen im Wettbewerb mit anderen Insel- und Küstenbadeorten entlang von Nord- und Ostsee sind abzusehen. Eintreten würde nämlich konkret folgendes:

Wegfall des Großen Saales mit einer Fassungskapazität von mind. 950 Personen und damit auch ein Wegfall entsprechender hochkarätiger Großveranstaltungen, wie Konzerte, Shows, Kabaretts, Tagungen, Empfänge etc. sowohl als Indoor- bzw. auch Schlechtwetterangebot für den Gast und die Norderneyer;
Wegfall entsprechend ausgestatteter und auch erheblich nachgesuchter Konferenzräume;
Wegfall eines Großen Foyers, das ebenfalls für Veranstaltungen bestimmter Kapazität (Jazz-,Blues-, Rocksessions, Kammermusik etc.) durchaus geeignet ist;
Wegfall eines Stadtsaales, der durch Einwohner und Gäste für unterschiedliche Zwecke genutzt werden konnte;
Wegfall des kleinen Vorführraums, in dem Film-, Diavortrags- und Kinderveranstaltungen stattfinden;
Wegfall einer Diskothek, die im Nachtleben der Insel eine wahrlich nicht unbedeutende Rolle spielt;
Wegfall einer Kegel- und einer Bowlingbahn, die erst vor ein paar Jahren aufwendig saniert worden war;
Wegfall eines Speiserestaurants und
Wegfall von weiteren Räumlichkeiten im Untergeschoss, die von der ehrenamtlichen und gemeinnützigen Organisation der AWO genutzt wurden.

Dieses wäre ein nicht auszugleichender Verlust für die Norderneyer und deren Gäste. Sie benötigen nämlich auf der Insel eher mehr Leben in seinen Einrichtungen als weniger. Bei einem Wegfall des HdI dürfte das aber in einem weiteren erheblichen Umfang der Fall sein, wodurch viele jetzt noch nach Norderney fahrende Gäste und insbesondere Jugendliche auf einen Besuch der Insel verzichten würden. Auch der überall und immer von den Rathausparteien beschrieenen öffentlich vernachlässigten Jugend würde mit dem Wegfall der Diskothek „Inselkeller“ und auch der Bowlingbahn die letzten noch auf Norderney verbliebenen, einstmals in großer Anzahl auf Norderney anzutreffenden Freizeit-, Tanz- und Unterhaltungseinrichtungen entzogen.
FWN/Budde

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