Zweitwohnungen und die öffentliche Darstellung der Grünen

Norderney. Die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft trauen in den letzten Tagen ihren Augen und Ohren nicht: Da äußern sich die GRÜNEN/Bündnis 90 zur Norderneyer Wohnraumpolitik, als hätten sie die öffentlichen und ratsinternen Darstellungen der Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft nie wahrgenommen. Denn genau die Freien Wähler haben sich von Beginn der Legislaturperiode an der Zweitwohnungsproblematik und ihren Lösungsmöglichkeiten gewidmet. Dabei wählte man die Umgangsform des Kooperationsversuches zwischen Ratsmitgliedern, Parteien und der Verwaltungsspitze. Bei allen strittigen Projekten standen die Freien Wähler Norderneys jedoch allein auf weiter Flur. Die von der Ratsvorsitzenden Barbara Bakker-Dinkla so vehement bemängelte Verfahrensweise des Bürgermeisters Ludwig Salverius, die Politik ein ums andere Mal einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen, war bei der FWN in der Vergangenheit immer wieder ein in die Öffentlichkeit transportiertes Thema. Dieser Bürgermeister verstand und versteht es immer wieder, in einer „Salamitaktik“ Scheibchen für Scheibchen seine Interessen (die aus seiner Sicht natürlich nur zum Wohle der Insel sind!) durchzusetzen. So manch einer Lokalpolitikerin oder einem Lokalpolitiker geht da schnell die Übersicht verloren. Da äußert sich Stefan Wehlage ganz richtig, wenn auch in überraschend später Einsicht: „Es ist doch so, dass die Politik erst die Perspektive aufstellen muss und dann (der Verwaltung) sagt: ‚Ja, verhandelt.'“ Für diesen Geistesblitz musste die Hälfte der Legislaturperiode vergehen. Der Beobachter reibt sich entgeistert die Augen, denn die GRÜNEN haben nahezu allem zugestimmt, was den „Ausverkauf der Insel“ anbelangt. Zuletzt bei dem nicht geltend gemachten gemeindlichen Vorkaufsrecht bei dem GRUKO-Gebäude mit mehreren Mietern, die Mileuschutz genießen. Aber immerhin, die GRÜNEN/Bündnis 90 versuchen offensichtlich, wieder zurück in die Spur zu kommen. Einst Hoffnungsträger sind sie für viele Bürger der Insel zu einer der sogenannten etablierten Parteien geworden. Das grüne Mäntelchen ist da zu kurz geschnitten, um diese Mängel zu verdecken!
Ganz erstaunlich ist auch die Klage, dass viele junge Familien und auch Ruheständler die Insel verlassen hätten und auf das Festland gezogen wären. Auch hier haben die Mitglieder der FWN eindeutig und zweifelsfrei Stellung bezogen: Sie wollten und wollen bezahlbaren Wohnraum für jüngere und ältere Mitbürger aber auch die Chance der Schaffung von Wohnungseigentum auf unserer Insel für z.B. junge Handwerkerfamilien, die auf ihrer geliebten Heimatinsel bleiben wollen. Der Ansatz eines langgedienten Ratsherrn: „Junge Norderneyer können sich Wohnungseigentum einfach nicht leisten, es sei denn, sie haben tüchtig etwas geerbt!“ ist für uns schon zynisch. Die erfolgreichen Bauherrn-Modelle der Vergangenheit (insbesondere in der Siedlung der 60er Jahre) haben jedoch gezeigt, wie auch nicht vermögende Insulaner zu ihrem Häuschen kommen können, das Sicherheit im Alter verleiht. Achselzuckend die durch einfließendes festländisches Kapital betriebene Immobilien-Hochpreispolitik hinzunehmen, deutet auf Resignation derjenigen hin, die eigentlich so vieles ändern wollten. Es gewinnen jedoch die, die daran partizipieren. Wenn Herr Wehlage sagt, „Bauen ist nicht die einzige Lösung!“ aber dass es möglich sei, auch andere Modelle mit dem Ziel zu nutzen, dass der Wohnraum auf der Insel auch langfristig in Norderneyer Hand bleibe, wird er die Karten bald auf den Tisch legen müssen. Die FWN kann auf ihre diesbezüglichen Vorschläge, Interventionen und Ansätze verweisen, für die es von keiner, – wohlgemerkt: keiner! – Partei oder Gruppe in der nahen Vergangenheit Unterstützung gab. Nachzulesen war vieles in den Zeitungen, hier insbesondere dem „Ostfriesischen Kurier“ und der „Norderneyer Badezeitung“.  Die politischen Kontrahenten der Freien Wähler werden alles tun, in üblicher Art und Weise Zweifel beim Bürger zu schüren.

Zitieren wir hier einen der größten chinesischen Denker. Konfuzius sprach: „Glatte Worte und heuchlerische Miene – da ist es mit einem guten Charakter meist nicht weit her.“ Messen Sie die Lokalpolitiker an dieser Aussage. Stellen Sie Fragen und lassen Sie sich nicht abweisen. Haben Sie keine Angst, eine eigene Meinung zu vertreten. Die Mitglieder der FWN sind bereit, Rede und Antwort zu stehen.