Nur ein Schnitzer?

Unserem FWN-Mitglied Heidi Daniel, ihres Zeichens Hotelier auf unserer schönen Insel,  fiel  bei einem Blick in das Internet auf, dass die Kurverwaltung eine Verlinkung auf der Seite des Staatsbades gekappt hatte, mit der potentielle Interessenten für eine Übernachtungsmöglichkeit auf der Insel auf die Gastgeber kommen, die im Gastgeberverzeichnis registriert sind. Für diese Leistung (Zugang zu allen Einträgen des Gastgeberverzeichnisses 2009), die vertragsmäßig zugesichert wurde, haben die Inserenten auch bezahlt. Mit Herausgabe des neuen Gastgeberverzeichnisses war diese Plattform jedoch regelwidrig vorzeitig vom Netz genommen worden.  Ein riesiger Fauxpas, da die  Zeit es mit sich bringt, dass die meisten Urlauber sich die Bettenangebote mittlerweile im Internet anschauen. Heidi Daniel meldete energischen Protest an, dem sich etliche Vermieter anschlossen, die nicht mehr verlinkt waren. Das gedruckte Gastgeberverzeichnis findet meist nur noch bei den Interessenten größere Aufmerksamkeit und Anwendung, die keinen Internet-Anschluss besitzen.

Bei der Insertionsplanung für 2010 war vom Staatsbad noch damit geworben worden, dass eine Verlinkung aller Gastgeber garantiert würde.  In einem Schreiben der Stadt Norderney war den Inserenten plötzlich aber eröffnet worden, dass bei den Arbeiten am neuen Internetauftritt des Staatsbades über eine weitere Verlinkung für das Jahr 2010 noch nicht abschließend entschieden worden sei. Heißt es nicht: Vertrag ist Vertrag oder pacta sunt servanda?

Vor 5 Jahren hatte sich ähnliches ereignet. Über Nacht waren auf der Homepage der Kurverwaltung vertragswidrig  plötzlich die Verlinkungen zu den einzelnen Gastgebern gelöscht worden.  Die Gastgeber initiierten umgehend eine große Versammlung im „Haus der Insel“, und bereits am nächsten Tag seien die Verlinkungen im Internet wieder aktiviert worden. Also ist der hier geschilderte Fall kein Einzel- sondern ein Wiederholungsfall. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Heidi Daniel versuchte,  beim Marketingleiter Herbert Visser Auskunft über diese Vorgehensweise zu erlangen.  Er wollte jedoch nichts dazu sagen und verwies an den Geschäftsführer Wilhelm Loth. Auch gegenüber dem Redakteur der „NBZ“ (siehe Pressebericht vom 18.11. 2009) war Visser trotz mehrmaliger Bitte nicht bereit, eine Stellungnahme abzugeben, bevor er sich nicht mit Herrn Loth „abgesprochen“ habe.  Gegenüber dem Redakteur des „NoMo“ (Ausgabe 19.11. 2009) räumte der Geschäftsführer Wilhelm Loth schließlich ein, dass da etwas schlecht gelaufen sei, was eigentlich gut gemeint gewesen war.  Immerhin gestand der Geschäftsführer ein, dass die „Kurverwaltung“ sich einen richtigen Schnitzer erlaubt habe, eine Absicht habe allerdings nicht dahinter gestanden. Wörtlich führte er im NoMo aus: „Wir nehmen natürlich kein Geld für eine Dienstleistung, die wir nicht erbringen“.  Wie schnell sich die Wogen glätten, ist momentan nicht zu sagen. Immerhin war gestern Abend bereits wieder die alte Plattform im Netz. Loth konstatierte, dass das Thema Verlinkung wohl ein wichtiges Thema sei.  Das habe ja der Protest gezeigt. Sieh an, sieh an. Für 2011 kündigte der Kurdirektor ein moderneres System mit neuen Darstellungsmöglichkeiten an. Dazu soll es 2010 eine Vermieterversammlung geben. Unsere Ansicht: Nur so ist für kritische Nachfrager die notwendige Transparenz gewährleistet. Und damit ein aufrüttelndes „Na also –  geht doch!“

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