Nachgedacht. Eine kleine Anmerkung zur Glaubwürdigkeit mit realem Hintergrund.

Der tschechische Schriftsteller und Politiker Václav Havel hat 1989 in seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gesagt: „Durch Misstrauen gegenüber den Worten kann entschieden weniger verdorben werden als durch übertriebenes Vertrauen in sie“.

In seinem letzten Fernseh-Interview im SWF wenige Tage vor seinem gewaltsamen Tode († 30. November 1989 in Bad Homburg vor der Höhe) nahm der begnadete Vorstandschef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, zu dieser Aussage gegenüber den Machtausübenden in Wirtschaft und Politik Stellung:

„Es ist nicht eine Frage der Worte sondern es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit der Person, die Worte sagt und Worte ausspricht. Wenn man sich bemüht, das zu sagen, was man denkt und wenn man sich bemüht, das zu tun, was man sagt – und dann auch noch das zu sein, was man tut, dann glaube ich, hat man eine Chance glaubwürdig zu werden und dann müsste damit, – mit dieser Glaubwürdigkeit -, auch das Misstrauen in das, was man sagt, verschwinden. Das ist ein Prozess, den können Sie nicht von Sonntag auf Montag erledigen, das ist ein langfristiges Bemühen und diesem Bemühen müssen wir uns alle unterziehen.“

Es ist eine Art Vermächtnis, das immer Gültigkeit behalten wird, im Kleinen wie im Großen.

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