Als Politiker noch geachtet waren…

„Man kann in der Volkswirtschaft, ohne zu produzieren, kein Einkommen schaffen, aber man kann auch nicht produzieren, ohne konsumieren zu wollen; – es sei denn im Sklaventum oder in totalitären Systemen. Diese Einstellung veranlaßt mich im übrigen auch, keine Privilegien der Lebensführung anzuerkennen, die etwa aus politischer oder wirtschaftlicher Stärke abgeleitet werden. Wer Machtpositionen auszunützen versucht, muß sich bewußt sein, daß er damit andere Volkskreise und andere Bevölkerungsschichten in ihrem sozialen Sein behindert und schädigt.“
[Ludwig Erhard (CDU), 1957 in seinem Buch „Wohlstand für alle“]

Mit Bedauern ist festzustellen, dass solche Ansprüche, wie Ludwig Erhard sie in seinem o.g. äußerst lesenswerten Buch formuliert hat, heute nicht mehr gestellt werden (dürfen). Heute wird ein solcher Satz wie „Wohlstand für alle“ als Schwadronieren von Utopisten und lebensfremden Träumern verunglimpft. Warum? Weil wir dort sind, wo Ludwig Erhard auf keinen Fall sein wollte.