Glaubwürdigkeit in Verwaltung und Politik

Es lohnt sich, in den sogenannten Memoiren altgedienter Politiker zu stöbern. Der CDU-Politiker Norbert Blühm hat mit „Ehrliche Arbeit“ ein bemerkenswertes Buch geschrieben, das in den eigenen Parteikreisen wohl kaum Begeisterung hervorrufen wird, in seiner grundehrlichen Beurteilung des allgemein gültigen Wertes der menschlichen Arbeit aber schon eine Art Vermächtnis ist. Diese Sichtweisen geben selbst dem „kleinen Lokalpolitiker“ den Mut, auch gegen Borniertheit, Agression und Verschlagenheit im engeren Bereich einer Gemeinde nicht zu verzagen. So ist in jeder Hinsicht bemerkenswert, was Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt in den letzten Absätzen seiner Lebensbilanz „Außer Dienst“ zu bedenken gibt. Da verweist er einmal auf die „bürgerlichen“ Tugenden:

  • die Tugend des Verantwortungsbewusstseins,
  • die Tugend der Vernunft und
  • die Tugend der inneren Gelassenheit.

Obwohl Schmidt einräumt, dass er zeitlebens nie ein betender Mensch gewesen ist, erklärt er, dass zwei Gebete ihn inhaltlich tief angerührt haben, nämlich das „Vaterunser“ und sehr viel später das „Serenity Prayer“ des Amerikaners Reinhold Niebuhr: „Gib mir die Gelassenheit, die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann; gib mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann; gib mir die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.“

Helmut Schmidt verlangt von unseren Politikern, dass sie sich in schwieriger Lage an die alte römische Weisheit erinnern: Salus publica suprema lex. Im Zweifelsfall soll ihnen das Gemeinwohl höher stehen als ihre Karriere, der Erfolg des Ganzen höher als ihr eigener oder der Erfolg ihrer Partei.

Grundsätze, die für uns Freie Wähler auch auf unserer Insel Gültigkeit haben. So treten wir hoch erhobenen Hauptes gegen die an, die uns für unsere Haltung verleumden, schmähen oder bekämpfen. Denn im übertragenen Sinne schreien die am lautesten „Haltet den Dieb“, die sich die Taschen auf Kosten der Allgemeinheit vollgestopft haben und es weiter tun. Am Ende jedoch hat allein die Bürgerin oder der Bürger das Wort. 9/11 – Der Tag des Bürgers naht!