Bürgermeisterkandidat Frank Ulrichs: SPD Parteibuch seit 20 Jahren

SPD Kandidaten parteilos?

Am 06.07.2011 war in der Norderneyer Presse zu lesen, dass der kommissarische Bürgermeister Ulrichs sich zur kommenden Bürgermeisterwahl stellen will. Der als parteilos etikettierte begründet seine Eignung mit den Hinweisen, dass er „wisse, worüber er rede“, mit seinen Versuchen, „immer Neutralität zu wahren“ und damit, dass er „viele Dinge angeschoben habe“. Was konkret schreibt er nicht. Jedenfalls liefert er keinerlei Informationen zu den drängenden Themen, wie etwa der Wohnungsnot auf Norderney oder seine Haltung gegenüber der völlig inkompetenten Bezirksverwaltung in Aurich, deren Aktivitäten für Norderney schädlich sind (siehe überhöhte Müllgebühren u.v.m.).

Reicht das aus, um Bürgermeister der Stadt Norderney zu werden?

Mit der Kandidatur von Ulrichs, von Ratsherrn Moroni und von Ratsdame Rass sind es nun drei Bewerber. Moroni und Rass stehen dabei ehrlich und authentisch für ihre jeweilige Fraktion FWN bzw. „Grüne“, wohingegen Ulrichs sich als parteilos gibt, obwohl jeder weiß, dass er ein SPD Parteibuch in der Tasche hat. Ulrichs Weigerung seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt als SPD-Mann zu verfolgen und seine Unterstützung durch CDU, FDP, Ölis, Vollmers, Aldegarmanns und wie sie alle heißen, die sich selbst nicht trauen, einen Kandidaten zu benennen, ist ein Beleg für die politische Impotenz der noch vorhandenen Mehrheit im Norderneyer Rat. Darüber hinaus täuscht Ulrichs durch seinen würdelosen Mummenschanz die Öffentlichkeit, übrigens genauso wie der SPD-Mann Harm Uwe Weber in Aurich, der sich als Parteiloser um das Landratsamt bewirbt. Offenbar sind sich Ulrichs und Weber darüber im Klaren, dass es derzeit keine Punkte bringt, als Vertreter der SPD in eine Wahl zu gehen, da man sich dadurch auf Norderney und im Landkreis als Vertreter einer abgewirtschafteten Zunft outet, die dem enteilten Zeitgeist mal als SPD, mal als „parteilos“ hinterher hechelt. Diese Leute, die jahrelang in SPD Veranstaltungen von SPD Zielen schwadroniert haben, verleugnen ihre politische Heimat, wenn es eng wird und der eigene Posten in Gefahr ist.

Übrigens: Ludwig Salverius hat das nicht gemacht.

Dipl.-Geol. K. Holtzmann

Nachtrag: Hier der komplette Artikel von Kay Holtzmann nachzulesen als PDF:

SPD Kandidaten parteilos?

Allgemein

4 Gedanken zu “Bürgermeisterkandidat Frank Ulrichs: SPD Parteibuch seit 20 Jahren

  1. Sehr geehrter Herr Holzmann,

    Sie haben sicher nicht ganz unrecht, andererseits kann ich die Haltung von Herrn Ulrichs von einem gewissen Standpunkt aus sogar verstehen. Wer, der etwas erreichen will, möchte schon mit einer Partei identifiziert werden, die es in den letzten Jahren nicht mehr geschafft hat, so recht auf die Beine zu kommen?

    Für einen Außenstehenden wie mich macht es zumindest den Eindruck, als würde die SPD auf Norderney notorisch an einer Schockstarre leiden. Der einstige Austritt von Herrn Salverius, das desaströse Abschneiden von Herbert Visser bei der letzten Bürgermeisterwahl, das scheinen so einige Dinge gewesen zu sein, von denen man sich nie richtig erholt hat, auch wenn sie inzwischen lange zurückliegen.
    Hinzu kommt, dass die Stärke und Bedeutung, die die Partei in der Vergangenheit auf Norderney hatte, in der Gegenwart zum Fluch wird. Auch wenn es vielleicht unfair ist, wurden die Ergebnisse der letzten Wahlen immer wieder mit denen aus den goldenen Zeiten der Partei verglichen. Sicher, die Zeiten haben sich geändert, aber ständig erklären zu müssen, dass dies so ist, drängt die Partei und ihre Mitglieder bei Wahlkämpfen in die Defensive.

    Das Hauptproblem ist jedoch, dass es der SPD seit Jahren an guten Köpfen mangelt. Ich will nicht sagen, dass die Ratsmitglieder inkompetent wären, das wäre vermessen. Nur scheinen ganz offensichtlich Kandidaten zu fehlen, die das Zeug zum Bürgermeister haben oder die auch nur den Mut aufbringen, die Partei energisch aus ihrer Lethargie zu reißen. Dass Herr Ulrichs diese Herkulesaufgabe nicht auf sich nehmen will, kann man nachvollziehen.

    Ich bin mit der Geschichte Norderneys nicht so vertraut wie Bonno Eberhardt, aber seit wann hat es keinen eigenen Kandidaten der SPD gegeben? Handelt es sich gar um ein Novum? Rein gefühlsmäßig scheint es jedenfalls so.
    Die aktuelle Entscheidung, keinen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen, kann man insofern auf zweierlei Art bewerten:

    1. Als rein pragmatisch richtige Entscheidung, die auf einer wohlüberlegten Einschätzung der eigenen Wahlchancen beruht.
    2. Als weiteres Indiz der oben von mir angeführten Schwächen.

    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass der zweite Eindruck bei den Norderneyern überwiegen wird. Auf die Wahl bin ich jedenfalls gespannt.

    Summa summarum: Dass F. Ulrichs nicht für die Norderneyer SPD antreten will, dürfte ganz wesentlich mit dem Unvermögen dieser Partei zusammenhängen, ambitionierten Köpfen eine aussichtsreiche politische Heimat zu bieten. SPD-Mitglieder werden mir wahrscheinlich widersprechen, sie sollten sich dann jedoch zumindest eingestehen, dass ihre Partei in dieser Hinsicht auf ein massives Imageproblem zusteuert.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ein Butennörderneer

    • Lieber Butennörderneer,

      Ihre Analyse des Zustands der SPD auf der Insel ist zutreffend. Nur haben wir Z.Zt. Wahlkampf auf Nney und ich kritisiere, dass Ulrichs einen würdelosen Mummenschanz betreibt. Erst als „parteiloser“ und jetz als „parteiübergreifender“, was genauso verlogen ist. Die beiden Etikette sind ein Zugeständnis an die CDU und andere verzweifelte Ratsmitglieder, die ihn unterstützen wollen, weil sie „selbst keinen hoch kriegen“. Mit Hilfe der gleichgeschalteten neyer Presse wird Ulrichs als Strohmann aufgebaut, weil doch wohl klar ist, dass er im Falle seiner Wahl seine Unterstützer später bei der Verfolgung ihrer vielfältigen Interessen auf der Insel nicht behindern wird.

      Munter hollen

      Ho.

  2. Kleine Korrektur:
    Ich habe Ihren Namen aus Versehen falsch geschrieben. Richtig sollte es heißen: Sehr geehrter Herr Holtzmann. Sorry.

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