Heuschrecken statt Gurken, Blumen und Lauben im Schlickdreieck

von Heidi Daniel

Ein B Plan für die Kleingärten ist notwendig!

In Deutschland verschwinden jedes Jahr Tausende von Schrebergärten. Von Nord bis Süd planen private Investoren anderweitige Nutzungen und vertreiben die Hobbygärtner aus ihren geliebten grünen Oasen. Der Laubenpieper ist auf der Roten Liste gelandet!

Warum sollte dieser Trend vor Norderney haltmachen? Gerade hier, wo die Einheimischen und die, die es gern werden würden, aber kein Wohneigentum besitzen, immer wieder erfahren, wie hart der Kampf auf ein Grundrecht, das Recht auf eine Wohnung , geworden ist!

2000 Insulaner haben in den letzten 30 Jahren die Insel verlassen. Junge Familien, die hier arbeiten und leben möchten, haben keine Chance auf Wohnraum, geschweige denn auf bezahlbaren! 2500 Zweitwohnungseinheiten sind dafür im Gegenzug entstanden, für Leute die 3 Wochen im Jahr „ihre“ Insel genießen wollen…

Es ist nicht schwer zu erkennen, dass die Kleingärtner in diesem Kampf um die Neuverteilung der Insel doch erst recht auf der Verlierer-Straße sein könnten…

Wer nicht heute schon aufpasst und absichert, hat morgen diese Heuschrecken auch im eigenen Erdbeerbeet! Dann helfen kein Gartentor und Pestizid mehr!

Wir Freien Wähler Norderney fordern unbedingt eine planungsrechtliche Absicherung dieses Kulturgutes auf unserer Insel. Auch wenn Gesetze geändert werden können, wollen wir nicht in eine gesetzliche Steinzeit zurückfallen, indem wir Bebauungspläne unter den Tisch fallen lassen. Ein Flächennutzungsplan reicht hier nicht!

Der verwirrenden Betrachtungsweise der SPD zu dieser Thematik, am 26. 2. 2011 in der Badezeitung unter dem Titel „Keine Notwendigkeit für Pläne“ können wir nicht folgen. Die SPD lässt in dieser Meinungsäußerung keine städtebauliche Kontur erkennen. Einmal will man einen Plan, dann ist er aber wieder zu teuer. Zu teuer wäre er nicht, wenn es um festländische Interessen ginge, wie z. B. im gerade verabschiedeten Bebauungsplan Nr. 63 „Westbad“, der den Bau des landschaftszerstörenden Hochseilgartens zulässt. Die SPD-geprägte Politik der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart haben den großen Ausverkauf der Insel eingeläutet und perfektioniert! Auch wenn sich unser Bürgermeister, Herr Salverius, von der SPD distanzierte, hat er das Ruder nicht rumgerissen! Ja, er hat sogar das Tempo in diese verheerende Richtung verdoppelt!

Unsere Insel, historisch gewachsen, sozial und kulturell authentisch, ist mehr als eine touristische Einrichtung! Die Norderneyer und die Urlauber sitzen in einem Boot. Der Eine kann nicht ohne den anderen, das hat die Insel für viele lebenswert und zur Heimat gemacht, mit allen Strukturen, die sich darum ranken. Dieses Gleichgewicht kippt seit ein paar Jahren sichtbar und spürbar für jeden zu Lasten der Norderneyer Einwohner, ihr Lebensraum ist sehr überschaubar geworden.

„Meine Insel“ sollen aber vor allem die Einheimischen sagen dürfen! Dass das so bleibt und zum Teil erst wieder erreicht werden muss, dafür setzen wir Freien Wähler uns ein. Aufgrund der Mehrheiten im Rat haben wir leider keine guten Karten in der jetzigen Legislaturperiode, wenn es um Erhalt und Zusammenhalt auf unserer Insel geht. Unsere Forderungen werden permanent überstimmt, und zig bauplanungsrechtliche Anträge, die wir u.a. für Schaffung und Schutz von Dauerwohnraum einreichten, wurden abgelehnt. Ob das auch die Meinung des Großteils der Bürger Norderneys widerspiegelt, wird die Wahl im September zeigen. Wir sind gespannt.

Heidi Daniel FREIE WÄHLER NORDERNEY

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