Das Gruselkabinett oder die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ im Sommer 2011

„Und dann muss man das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum uns immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht vom Einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Wer kann sich noch an die herrliche Serie „Das Gruselkabinett“ montags um 22 Uhr auf NDR 3 erinnern? Da gab es z. B. „Frankenstein“, „Graf Dracula“ und die B-Movies von Jack Arnold „Gefahr aus dem Weltall“ oder „Tarantula“ zu sehen, die in ihren apokalyptischen Stories Ängste bedienten, die damals in den 50igern gesellschaftlich in der Mc Carthy Ära mit den Bedrohungen durch Kommunismus und Atombomben wurzelten. Im Film retten am Ende Kampfjets die Menschheit vor Tarantula.

Jack Arnold könnte auch beim Parteiauftritt von Bündnis 90/Die Grünen im Internet Regisseur gewesen sein. Dort wird auch in der äußeren Form einer Kinderzimmertapete ausschließlich von Bedrohungen der Menschheit oder vom Ende der Welt gelabert. Es wird „bekämpft“, „verurteilt“ und „abgelehnt“ denn sonst „brausen wir in den Klimacrash“ (bei Arnold hätte der Film „Klimatod auf der Route 66“ geheißen). Bei den Grünen spielt z.Zt. der gelernte Erzieher und selbsternannter „Dr“ Özdemir den Retter auf der „home page“ und gibt „Sprechstunden“, erklärt uns Doofen, wie die Welt funktioniert und verspricht Antworten auf die Fragen und Forderungen wie z.B. „Frauenquote: Jetzt protestieren“, „Klimaschutz-weniger Fleisch essen“, „grüner leben“, „gebt die Netze frei“ oder „das Atommüllrätsel“ (ein Film von Jack Arnold?). Unter der Überschrift „soziale Gerechtigkeit“ fordern „Die Grünen“ das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule. Solche Phrasen scheinen momentan bei den Wählern hoch im Kurs zu stehen, auch wenn man/frau im „Ländle“ bereits merken, dass der Heilsbringer Kretschmann auch nicht übers Wasser laufen kann und „Stuttgart 21“ doch realisiert wird.

Auf Norderney hat sich Ratsdame Rass allen Ernstes gegen die Golfplatzerweiterung ausgesprochen, weil das noch mehr zahlungskräftige Gäste auf die Insel brächte, die hier die Immobilien aufkaufen. Nachdem es mit den Tennisspielern schon geglückt ist, müsste man jetzt nur noch die Reiter vergraulen, dann hätten wir endlich das „grüne Paradies“ auf der Insel ohne hochwertiges Sportangebot. Ich habe ich in zwei öffentlichen Ratssitzungen selbst gehört, dass Rass Verkehrsprobleme dadurch lösen und so der Umwelt helfen will, indem „die Norderneyer doch mehr Fahrrad fahren sollten“. Als darüber debattiert wurde, am Hundefriedhof eine gepflasterte Fläche für 3 oder 4 Besucherautos anzulegen, wandte sich Ratsherr Wehlage dagegen, weil das zur Flächenversiegelung auf der Insel beitrüge (und verringerter Grundwasserneubildung, Anm. d. Autors). Als jemand der seit über 20 Jahren im Umweltschutz sein Geld verdient, kann der Autor ggf. verunsicherten Lesern mitteilen, dass das hanebüchene Szenarien sind und die Grundwasserneubildung eines der Probleme ist, die Norderney nicht hat. Schade eigentlich, dass es auf Norderney kein AKW gibt, denn dann könnten die hiesigen „Grünen“ einfach die Parolen von der „home page“ nachplappern und müssten nicht auf die zitierte Weise versuchen, ihr dürftiges Profil selbst zu schärfen.

Ein weiterer Grund für das Dilemma der Norderneyer „Grünen“ ist der Umstand, dass Norderney als einzige Kommune in Deutschland 2000 endgültig aus der Windenergie ausstiegen ist, als das Windrad am Klärwerk kollabierte. Wer sich die grüne Zukunft ansehen will, zähle mal die Windräder auf dem Festland. Ich habe bei mittlerer Sicht bei 100 aufgehört. Der Landkreis Norden hat es offenbar nicht nötig auf Tourismus zu setzen, denn er platzt ja schier aus allen Nähten, was Industrie und Gewerbe angeht. Dort regieren schon seit Jahrzehnten „Gruselkabinette“ (Arbeitslosigkeit knapp doppelt so hoch wie im Rest der Republik).

Kampfjets wären definitiv keine Lösung für Norderney, aber ein Stadtrat mit grüner Mehrheit, Strohmann Ulrichs als Bürgermeister wären ein Gruselkabinett, das sich Jack Arnold nicht schlimmer hätte vorstellen können.

Dipl.-Geol. Kay Holtzmann

Allgemein

3 Gedanken zu “Das Gruselkabinett oder die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ im Sommer 2011

  1. Sehr geehrter Herr Holtzmann,

    mit diesem Kommentar haben Sie sich für einen Ratsherrn disqualifiziert. Wie soll denn mit solchen Aussagen Mehrheiten geschaffen werden? Wie soll denn so gemeinsame Politik gehen? Wie schaffe ich Mehrheiten? Wie führe ich zusammen?

    Wenn der Umgang mit dem politischen Gegener auf dieser Basis ausgetragen werden soll, wird die Politikverdrossenheit anwachsen. Aber vielleicht ist das auch von Ihnen gewollt?

    • Moin Rolf,
      ich will hier nicht den Wahlkandidaten der FWN Herrn Kay Holtzmann verteidigen. Aber das er mehr Politikverdrossenheit will, daß glaube ich nicht, denn er will ja im Rat gewählt werden. Ich sehe den Kommentar gelassener. Was mich wundert, und darum schreibe ich, daß Du das Wort disqualifiziert benutzt. Nach Aussage des 1. stellv. Bgm. Herrn Ulrichs, haben sich alle jetzigen Ratsmitglieder destruktiv und profillos in dieser Periode verhalten, auch Deine Parteimitglieder. Wenn man diese beiden Wörter in die Waagschale wirft, dann bedeutet das für mich, sie haben sich disqualifiziert. Stell Dir mal vor, Du als Chef müßte so ein Zeugnis über Deine Mitarbeiter ausstellen ? Auch Ratsmitglieder sind Mitarbeiter des Bgm. oder des 1. stellv. Bgm. allerdingst sind sie nur vom Volk gewählt. Du bist für mich ein ruhiger, sachlicher Norderneyer und kennst genau die Richtung wohin es laufen muß. Deine Partei hat bis auf die Flyer bisher nichts im Internet geschrieben. Auch Kritik kann man auf die Seite Deiner Partei nicht öffentlich machen. Also, muß mann es schon begrüßen, wenn die FWN und die FDP es zulassen, einen Kommentar zu schreiben, der jeder lesen und wieder kritisieren kann. Bei den Grünen und der CDU gibt es so was auch nicht.
      Wer nichts schreibt, macht auch keine Fehler und eckt auch nirgens an.
      Rolf, nichts für Ungut, man sieht sich wieder,
      Gruß Bonno

  2. Lieber bonno,

    Vielen dank für Deinen Kommentar. Jedoch geht dieser leider ins Leere, da ich mich nicht parteipolitisch geäußert habe. Ich bin in keiner Partei. Jede Partei hat ihre Schwerpunkte und ich begrüße auch jede sachliche Diskussion. Auch verschiedene Standpunkte darf man vehement vetreten. Der Bericht von Herr Holzmann zeigt aber keine eigene Positionen sondern vergeht sich in Verunglimpfungen ohne Alternativen aufzuzeigen. Es kann ja sein, dass in gewissen Themen die Grünen und FWN vielleicht mal übereinstimmen und vielleicht haben diese beiden dann eine Mehrheit.

    Wie will man mit diesen Äußerungen überhaupt zusammen kommen. Mein Verständnis der Politik liegt darin, neben eigenen Wünschen und wi htigen Punkten trotzdem Mehrheiten zu akzeptieren. Politiker haben ein Vorbildfunktion und müssen auch gerade auf der Insel zusammen führen können. Die letzten fünf Jahre waren leider nicht sehr sachlich, dies muss m.E. Bedeutend besser werden. Dies gilt für alle künftige Ratsherren und Frauen jeglicher Partei. Die FWN hat sich in der Vergangenheit als auch im Wahlkampf leider öfters im Ton und im Wahl der Mittel vergriffen.

    Es geht nicht darum, seine Ziele mit allen Mitteln zu erreichen, sondern für die Insel das Beste zu erreichen. Da Mus man auch Kompromiss bereit sein.

    Lieber Bonno, ich habe hohen Respekt vor Dir. Ich bin so erzogen worden, dass man auch das Alter ehrt. Ich hoffe, dass der künftige Rat sich auch gewisse menschliche Regeln geben, die dann von allen eingehalten werden.

    Rolf

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